
Ein Ort, um deine Erfahrung mit Panik- und Angstattacken anonym zu teilen.
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Geteilte Erfahrungen
Echte Erlebnisse von echten Menschen. Jede Geschichte hilft jemand anderem, sich weniger allein zu fühlen.
Ich weiss gar nicht genau, wo ich anfangen soll. Vielleicht damit, dass ich früher nie gedacht hätte, dass Angst einmal so viel Platz in meinem Leben einnehmen könnte. Ich bin eine junge Frau, stehe mitten im Leben, habe einen Job, Menschen, die mir wichtig sind, einen Partner und viele Dinge, auf die ich mich freue. Eigentlich gibt es so vieles, wofür ich dankbar bin. Und trotzdem gab es eine Zeit, in der sich mein eigenes Leben plötzlich nicht mehr selbstverständlich angefühlt hat. Angefangen hat alles mit einer Panikattacke. Ich hatte zuvor eine sehr belastende Zeit hinter mir. Rückblickend glaube ich, dass sich über längere Zeit einiges in mir angesammelt hatte, ohne dass ich wirklich wusste, was das mit mir macht. Dann kam dieser Moment, in dem mein Körper und meine Gedanken plötzlich verrücktspielten. Ich hatte das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Es war ein Erlebnis, das mir grosse Angst gemacht hat. Was ich damals noch nicht wusste: Nicht nur diese eine Panikattacke würde mich beschäftigen. Vor allem die Angst davor, dass es wieder passieren könnte, sollte mich noch lange begleiten. Nach und nach kamen immer wieder körperliche Symptome. Ich hatte das Gefühl, nicht richtig durchatmen zu können, spürte Druck auf der Brust, hatte ein komisches Gefühl beim Schlucken, Schwindel und eine innere Unruhe, die ich kaum beschreiben konnte. Manchmal fühlte sich mein Körper einfach fremd oder irgendwie nicht richtig an. Das Schlimmste daran war oft nicht einmal das einzelne Symptom. Es war die Angst, die damit verbunden war. Warum fühlt sich mein Körper so an? Was, wenn etwas nicht stimmt? Was, wenn es wieder schlimmer wird? Was, wenn das nie mehr aufhört? Ich begann, mich selbst und meinen Körper immer genauer zu beobachten. Jedes ungewohnte Gefühl konnte mich verunsichern. Sobald ich bemerkte, dass ich nicht richtig durchatmen konnte oder das Schlucken schwierig wurde, bekam ich Angst vor dem Gefühl selbst. Ich wollte, dass es aufhört, wollte mich wieder normal fühlen und suchte nach einer Erklärung dafür, was mit mir passiert. So entstand ein Kreislauf, aus dem ich lange nicht herausfand: Ich hatte Angst vor den Symptomen, beobachtete mich noch stärker und bekam dadurch erst recht Angst. Besonders schwierig war, dass die Beschwerden nicht einfach wieder verschwanden. Es gab bessere Momente, aber auch Phasen, in denen mich die Symptome über Tage oder Wochen begleiteten. Von aussen sieht man einem Menschen nicht unbedingt an, wie es in ihm aussieht. Man kann arbeiten gehen, lachen und mit anderen Menschen zusammen sein – und gleichzeitig innerlich ständig damit beschäftigt sein, ob man sich gerade sicher fühlt und ob die nächste Welle kommt. Irgendwann machte mir nicht nur die Angst selbst zu schaffen, sondern auch die Frage, ob ich jemals wieder so leben könnte wie früher. Ich fragte mich, wie lange das noch dauern würde und ob ich meine Zukunftspläne überhaupt so verwirklichen könnte, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich möchte reisen, Neues erleben, unterwegs sein und mein Leben geniessen. Statt mich einfach auf solche Dinge zu freuen, machte ich mir Gedanken darüber, ob ich es schaffen würde. Besonders das Fliegen und die Vorstellung, nicht einfach aus einer Situation herauszukönnen, beschäftigten mich. Es ist ein komisches Gefühl, wenn man sich auf etwas freuen möchte und gleichzeitig Angst davor hat, ob man sich dabei überhaupt wohlfühlen wird. Ich habe in dieser Zeit vieles ausprobiert, um wieder zu mir selbst zu finden. Nicht alles fühlte sich richtig an, und nicht jeder Versuch brachte die erhoffte Erleichterung. Mit der Zeit wurde mir aber klar, dass ich Unterstützung annehmen und mich mit meinen Ängsten auseinandersetzen möchte. Ich lerne langsam, dass es nicht darum gehen kann, jedes unangenehme Gefühl sofort wegzubekommen. Ich möchte wieder mehr Vertrauen in mich selbst und meinen Körper entwickeln und meine Aufmerksamkeit zurück auf das richten können, was um mich herum passiert. Natürlich ist das leichter gesagt als getan. Es gibt Tage, an denen ich Fortschritte bemerke und wieder mehr Zuversicht habe. Und dann gibt es Tage, an denen die Symptome zurückkommen und ich mich frage, ob ich überhaupt weiterkomme. Gerade diese Schwankungen finde ich schwierig. Manchmal wünscht man sich einfach, dass es endlich vorbei ist. Aber ich versuche, mir bewusst zu machen, dass ein schwieriger Tag nicht automatisch bedeutet, dass alles wieder schlechter geworden ist. Ich versuche, mir selbst mehr Zeit zu geben und nicht jeden Rückschritt als Beweis dafür zu sehen, dass ich es nie schaffen werde. Was ich mir am meisten wünsche, ist eigentlich etwas ganz Einfaches: Ich möchte wieder unbeschwerter leben. Ich möchte morgens aufstehen, ohne sofort in mich hineinzuhorchen. Ich möchte arbeiten, ohne ständig darauf zu achten, ob die nächste Welle kommt. Ich möchte unterwegs sein, ohne mir vorher auszumalen, was alles passieren könnte. Ich möchte mich auf schöne Erlebnisse freuen können, ohne dass die Angst immer mit am Tisch sitzt. Ich bin noch auf diesem Weg. Ich kann nicht sagen, dass ich alles überwunden habe. Aber ich möchte mir mein Leben nicht von der Angst nehmen lassen. Vielleicht ist genau das etwas, das ich gerade lernen muss: Dass ich nicht erst vollkommen angstfrei sein muss, um wieder Schritte nach vorne machen zu dürfen. Wenn du diese Zeilen liest und dich in manchen davon wiedererkennst, möchte ich dir sagen: Du bist nicht allein. Ich weiss, wie einsam es sein kann, wenn man sich nach Normalität sehnt und gleichzeitig nicht versteht, warum der eigene Körper und die eigenen Gedanken plötzlich so viel Angst auslösen. Ich habe noch nicht alle Antworten. Aber ich möchte daran glauben, dass sich etwas verändern kann, dass ich wieder Vertrauen aufbauen kann und dass die Angst nicht für immer so viel Raum einnehmen muss. Ich möchte nicht warten, bis die Angst ganz verschwunden ist, um wieder zu leben. Ich möchte Schritt für Schritt lernen, mein Leben zurückzugewinnen. ❤️
19. Okt. 2026
Hallo ihr Lieben, ich hoffe, es geht euch gut. Danke, dass ihr hier einen Raum schafft, in dem man offen über Ängste und schwierige Erfahrungen sprechen kann. Ich möchte heute etwas sehr Persönliches mit euch teilen. Mein Name ist Julia. Ich habe eine PTBS, eine Angststörung, eine Essstörung und Depressionen. Außerdem habe ich aufgrund des Alkohols, den meine Mutter während der Schwangerschaft getrunken hat, eine Fetale Alkoholspektrumstörung (FASD). FASD ist eine unsichtbare Behinderung, die oft nicht ernst genommen wird. Es ist schwer, Ärztinnen und Ärzte zu finden, die sich damit auskennen und einen ernst nehmen. Auch im Alltag fehlt oft das Verständnis. Ich möchte mehr Aufmerksamkeit für FASD schaffen. Die Behinderung schränkt mich stark ein. Oft passe ich mich meiner Umgebung an wie ein Chamäleon, um irgendwie zurechtzukommen. Vieles, was anderen leichtfällt, kostet mich enorme Kraft. Manchmal fühle ich mich wie ein Kind, weil ich bei alltäglichen Abläufen viel Hilfe brauche und vieles nicht behalten kann. Das belastet mich sehr. Meine Kindheit war von Anfang an schwierig: Meine Mutter war schwer krank und nahm während der Schwangerschaft Drogen und Alkohol. Mit vier Monaten kam ich zu Pflegeeltern. Dort wurde ich jahrelang geschlagen, emotional misshandelt und von meinem Pflegevater sexuell missbraucht. Meine Pflegeeltern ließen mich verschimmeltes Brot essen – manchmal das, was ich in meiner Schultasche vergessen hatte, manchmal Brot, das sie selbst hatten verschimmeln lassen. Sie saßen dabei am Tisch und beobachteten mich. Wenn ich Essen vergessen hatte, durfte ich manchmal tagelang nichts essen. In meinem Zimmer durfte ich nicht essen. Außerdem wurde immer wieder Müll in mein Kinderzimmer geschüttet, auch auf den Teppich. Ich musste die Sachen mitten in der Nacht aufsammeln und nach draußen bringen. Auch nach dem sexuellen Missbrauch half mir niemand aus meiner Familie. Meine Pflegeeltern hatten alle so stark manipuliert, dass sie glaubten, ich würde mir alles ausdenken und lügen. Bis heute habe ich deshalb Angst, dass mir niemand glaubt oder dass ich gar nicht um Hilfe bitten sollte. Auch in der Schule wurde ich gemobbt – ich hatte keinen sicheren Ort. Mit 20 bin ich ausgezogen. Später wurde ich auch von der Mutter meines damaligen Freundes manipuliert und fertiggemacht. Seitdem kämpfe ich mit starken Ängsten, Depressionen und psychosomatischen Schmerzen und war lange fast nur zu Hause. Jetzt, mit 26, kommt vieles hoch, was ich all die Jahre verdrängt habe. Ich versuche, mich Schritt für Schritt zurück ins Leben zu kämpfen, und hoffe, dass mir meine aktuelle Gesundheitsmaßnahme dabei hilft. Heilung ist schwer, aber ich gebe nicht auf. Ich wünsche euch von Herzen, dass es euch Schritt für Schritt besser geht und ihr euren eigenen Weg aus der Angst findet. Bleibt hoffnungsvoll, wenn ihr könnt, und gebt nicht auf. Ihr müsst euren Weg nicht allein schaffen. 🩷
5. Okt. 2026
Heii, ich dachte, ich teile meine Geschichte mal mit euch. Vielleicht erreiche ich damit jemanden, der das gerade hören muss. ❤️ Ich bin 23 Jahre alt und viele würden wahrscheinlich sagen, dass ich ein „perfektes Leben“ habe. Ich wohne alleine in einer wunderschönen Wohnung, arbeite als Krankenschwester, stehe finanziell gut da, habe einen wundervollen Freundeskreis und ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Familie. Was aber keiner sieht, ist, wie es seit Jahren in mir aussieht. Ich habe ständig Zweifel an mir selbst, zerdenke alles bis ins kleinste Detail, habe ein katastrophales Liebesleben (was ich bei meinen Freunden gerne überspiele) und vergleiche mich dauerhaft mit anderen. Dazu kommt, dass ich seit ungefähr 1,5 Jahren unter Panikattacken leide. Anfangs wurde das von niemandem wirklich ernst genommen, abgesehen von meinen Freunden. Ich wurde des Öfteren so dargestellt, als würde ich nur „Aufmerksamkeit“ suchen. Es kamen ständig Aussagen wie „Du bist jung“, „Ist doch nur Herzrasen“, „Du denkst einfach zu viel“ oder mein persönlicher Liebling: „Du bist doch nicht krank bzw. du hast ja nichts.“ Das hat die Panikattacken ehrlich gesagt eher schlimmer als besser gemacht. Denn irgendwann hatte ich Angst davor, mir überhaupt Hilfe zu holen oder ins Krankenhaus zu gehen, wenn es gar nicht mehr ging. Ich hatte Angst, dass mich sowieso wieder niemand ernst nimmt oder ich erneut irgendwelche dummen Sprüche zu hören bekomme. Irgendwann wurde es so schlimm, dass ich eine Panikattacke alleine teilweise gar nicht mehr in den Griff bekommen habe. Egal, welchen Skill oder welche Technik ich ausprobiert habe. Ich bin teilweise erst dann ins Krankenhaus gegangen, wenn ich völlig hyperventiliert habe, keine Luft mehr bekommen habe und meine Hände und Beine nur noch gekribbelt haben – einfach weil ich solche Angst davor hatte, wieder nicht ernst genommen zu werden. Das Schwierige ist außerdem, dass meine Panikattacken häufig situationsunabhängig kommen. Zum Beispiel beim Arbeiten, Einkaufen, Sport oder einfach irgendwo im Alltag. Dadurch habe ich teilweise nicht einmal einen direkten Auslöser, an dem ich mich festhalten kann. Ich glaube aber, dass emotionale Situationen bei mir durchaus eine Panikattacke auslösen können, weil ich ein extremer Overthinker bin. Ich überdenke Situationen bis ins letzte Detail – völlig egal, wie unwichtig sie eigentlich sind. Ich male mir in meinem Kopf Szenarien aus, die noch nicht einmal passiert sind und zu 95 % wahrscheinlich auch niemals passieren werden. Ein einziger Gedankensprung reicht manchmal. Wenn jemand plötzlich etwas anders ist als sonst, denke ich sofort: „Die Person ist sauer auf mich“, „Ich habe irgendetwas falsch gemacht“ oder „Ich werde diese Person jetzt verlieren.“ Und wenn ich jemanden kennenlerne … wooow. Da hat mein Kopf teilweise nicht einmal mehr fünf Minuten Ruhe. Und das Schlimme ist: Selbst wenn die Person überhaupt nichts macht, worüber ich mir eigentlich Gedanken machen müsste, fängt mein Kopf trotzdem an, alles zu hinterfragen und an allem zu zweifeln. Mein größtes Problem momentan ist allerdings, dass ich einfach keinen Therapieplatz finde. Entweder rechnen die Therapeuten privat ab und ich müsste teilweise 200€ pro Stunde bezahlen, was ich mir nicht leisten kann, oder es gibt Wartelisten, bei denen ich frühestens Mitte nächsten Jahres einen Platz bekommen würde. Ich suche mittlerweile in einem Umkreis von 50 km – aber bisher ohne Erfolg. Trotz allem habe ich mir vor ungefähr zwei Monaten gesagt: So kann es nicht weitergehen. Ich will mir mein Leben zurückholen. Ich habe mit Sport angefangen und mich wieder stärker auf mein eigenes Leben konzentriert. Und was soll ich sagen? Ja, ich habe weiterhin Panikattacken. Aber deutlich weniger. Beim Sport kann ich meine Emotionen extrem gut rauslassen und gleichzeitig hat es mein Selbstbewusstsein unglaublich gepusht. Ich schränke mich mittlerweile auch nicht mehr in allen Lebenssituationen ein. Denn ich habe irgendwann gedacht: Die Panikattacke kann sowieso kommen – auch wenn ich jetzt zu Hause bleibe. Also nehme ich lieber diesen unfassbar tollen Moment mit, solange ich ihn gerade habe. Und genau das ist mein persönliches Fazit: Auch wenn ich immer noch keinen Therapieplatz habe und momentan auch keiner in Aussicht ist, habe ich mir ein kleines Stück meines Lebens zurückgeholt. Und darauf bin ich ehrlich gesagt extrem stolz, weil ich es bis hierhin alleine geschafft habe. Ich bin außerdem unendlich dankbar für meine Freunde und meine Familie. Sie haben meine Panikattacken nie kleingeredet und waren bei jeder Attacke für mich da. ❤️ Und falls das gerade jemand liest, der selbst mitten in diesem Kampf steckt: Ihr seid definitiv nicht allein. Und ihr könnt wieder anfangen zu leben, auch wenn ihr gerade vielleicht glaubt, dass das niemals wieder möglich sein wird. Es wird besser. Bleibt stark. Ihr seid toll so wie ihr seid. ❤️ Fühlt euch ganz doll gedrückt. 🫂
1. Okt. 2026
Bewältigungsstrategien
Was dir hilft, könnte auch anderen helfen. Teile deine Strategien im Umgang mit Angst.
Du musst nicht erst wieder zu 100 Prozent funktionieren, bevor du dein Leben leben darfst. Kleine Schritte zählen. Ein Treffen, ein Spaziergang oder ein Ausflug können wertvoll sein, auch wenn du dich dabei nicht vollkommen wohlfühlst. Geh in deinem Tempo und überfordere dich nicht absichtlich.
19. Okt. 2026
Ich hab da eine super App gefunden. Die heisst Rootd und da kann man unter anderem mit Hilfe Atmen da vibriert das Handy und es gibt einen Roten Button für Panikattacken da kommen ganz viele sprüche die einem helfen wieder in die realität zu kommen. Was mir auch hilft ist etwas schweres am Rücken bzw kaltes wasser zum trinken:) Und die App kann man kostenlos nutzen aber auch ein Abo machen kostet glaub ich so 53 € im Jahr
21. Aug. 2026
Ich habe auch eine Angststörung mit ständigem Überdenken und Panikattacken. Ich habe das Gefühl die Zeit half bei mir extrem und die Menschen mit denen man am meisten Zeit verbringt. Wenn diese eine positive Weltanschauung haben, haben sie mir Sicherheit gegeben. Ausserdem war das allerwichtigste Ablenkung. Keine Zeit um über irgendetwas nachzudenken. Eine Serie half mir auch immer. So konnte ich mich in eine andere Welt hineinversetzen. Und zu wissen , dass man nicht alleine ist und man sich nicht für immer so fühlen wird.
21. Aug. 2026

Die Geschichte dahinter
Ich teile meine Geschichte offen mit dir und hoffe, dass ich dir damit helfen kann.
„Panik Attacken begleiten mich immer noch aber ich hab gelernt damit umzugehen und ich liebe mein Leben, auch mit Panikattacken."
— Joel Weyer